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Sehr schlecht lesbaren Zeitungsartikeln habe ich den Originalwortlaut, besser lesbar, hinzugefügt.
Wortlaut dieses Artikels:
Am Wochenende werden die beiden dieses Lebensgefühl bei einem PowWow in der Nähe von Decin mit anderen Gleichgesinnten auskosten können. Bei so einem indianischen Tanz- und Versammlungsfest fühlen sie sich eins mit der Kultur und Handwerkskunst der Ureinwohner Nordamerikas, halten Zwiesprache mit der Natur. Und auch wenn die zivilen Kleider gegen Lendenschurz und Blanket-Decke eingetauscht werden, sie kostümieren sich nicht. "Es ist wie eine zweite Haut, jede Farbe, jedes Zeichen haben einen Sinn. Schon in der Kleidung kann man wie in in Geschichten lesen", versucht Norbert Marx die Faszination zu erklären, der er seit seiner Jugend unterliegt. Leere habe er damit ausgefüllt in seinem Leben und Freundschaften geschlossen, die er so wahrscheinlich niemals gefunden hätte, glaubt er. "Mit Konsum hat das nichts zu tun, sondern mit Respekt. Es ist ein Kreislauf des Gebens", fügt Viola Marx hinzu, die auch während ihres Arbeitsalltags im Kindergarten das vorleben kann. Nur ein paar Schritte über die Straße, und dieses Lebensgefühl finder auch in Vetschau Weite.Im Maxschen Garten sitzt der 52-Jährige stundenlang auf der Wiese, schnitzt, gerbt, spitzt Feuerstein, plaudert mit Freunden, während seine Frau Viola Kleider bestickt, Ketten fädelt oder junge Pflänzchen heranzieht. Salbei zum Beispiel ist nötig zum Ausräuchern der indianischen Schwitzhütte, die Norbert Marx im Garten aus Weidenstäben errichtet hat. Wie so oft in jener alten Kultur verberge sich dahinter eine ganze Philosophie. Vier Mal solle Wasser auf glühenden Steine gegossen, vier Mal die Tür geöffnet werden, um aus der Dunkelheit ins Licht zu kommen. "Ohnehin hat die Zahl vier bei jenen, die wir Indianer nennen, eine mythische Bedeutung", sagt Marx. Sie bezeichne auch ein Grundprinzip aus uralter Zeit, das die Achtung vor einer Handlung bezeuge. Dreimal deute ich etwas an, beim vierten Mal tue ich es. Eine Regel, an die sich auch ein Mädchen zu halten hat, das so zum Ausdruck bringt, dass es nicht leicht zu haben ist. Da muss sich ein Bursche schon etwas einfallen lassen. So sind die Indianerflöten entstanden. "Es sind reine Liebesflöten, allein gebaut zur Werbung von Mädchen", hat Norbert Marx herausgefunden, der sich besonders zu diesem Instrument hingezogen fühlt. Conrad Rudolf, genannt Conny, ein befreundeter Musiker, der mit dem Leipziger Gewandhausorchester schon in DDR-Zeiten in die USA kam und auch eine Abhandlung über Blasinstrumente schrieb, brachte Fotos und Kassetten mit. Uns so begann Norbert Marx zu experimentieren. Was erst Erfolg versprach, als Conny ein Foto einer durchgeschnittener Flöte mitbrachte, die ihr Innenleben preisgab. "Natürlich kam ich damals an kein amerikanisches Holz ran, also nahm ich Lausitzer Kiefer. Aber das war nicht der Grund, dass es nicht funktionierte", erinnert sich der Mann an seine Anfänge als Flötenbauer. Begonnen hatte er damit 1976. Aber erst zehn Jahre später konnte er so auf einer Flöte spielen, dass es seine Frau auch als Werbung verstand und nicht ob der schrillen Töne panikartig den Raum verließ. Inzwischen ist er so weit, dass er eine CD herausbringen kann. Es dauerte eine Weile, bis ihm aufging, dass die von Conny fotografierte Flöte über hundert Jahre in einem amerikanischen Museum gelegen hatte, das Holz sich längst verzogen haben musste. So hatte er unbewusst diese Fehler nachgebaut. Schritt für Schritt versuchte er sich zurückzudenken, probierte, wie es gewesen sein konnte. Viele, die davon hörten, schickten Material bis heute. Denn das war keine Spielerei. Ein Kreislauf des Gebens. Nach der Wende war es leichter, an Material und Holz heranzukommen. Hunderte Hölzer verschiedener Jahrgänge lagern inzwischen in der Werkstatt. Sie werden geschält, gebohrt, gebogen und ausgehöhlt. Nimmt er eines weg, muss ein anderes dazukommen. Vier Jahre braucht es, bis aus einem Rohling eine Flöte werden kann: "Der Flötenbauer höhlt nicht einfach ein Stück Holz aus. Er nimmt dem Holz die Mitte-das Herz. Der Flötenspieler bringt es wieder zum Schlagen", weiß der Vetschauer. Und so gleicht auch keine Flöte der anderen. Es gibt Flöten aus Holunder, Kirsche, Weide, Lebensbaum. Bei der Bambusflöte hat die Natur den Flötenkörper schon vorgeformt. Der Aufsatz, der die Flöte abschließt, sagt viel über seinen Besitzer. Ein Pferdekopf deute auf einen feurigen Liebhaber, ein Vogel auf einen Luftgeborenen. Norbert Marx holt eine Flöte hervor, an deren Ende er einen Spechtkopf schnitzte. Der Spechtkopf erinnere an eine Legende über die Entstehung der Flöte. Ein Mann sei nach der Jagd müde geworden. Während er schlief, zeigte ihm ein Specht im Traum den Flötenbau. Er klopfte Löcher in einen hohlen Ast, der vorbeipfeifende Wind aber erzeugte einen Ton. Und während der Specht auf den Löchern tanzte, gelang es dem Vogel den Ton zu verändern. Norbert Marx lauscht sich wie die alten Flötenbauer seine Kunst von der Natur ab. Auch Whistles baut er, Überblaspfeifen, aus denen man durch das Hineinblasen von Luft bis zu acht unterschiedliche Töne hervorlocken kann. In Amerika inzwischen ein vergessenes Musikinstrument, nur noch in Vitrinen von Museen zu finden. Als ein Bekannter in den Westen der USA reiste, gab ihm Marx einige seiner Whistles mit. Ein alter Blackfoot-Indianer erkannte sofort die Bedeutung des Instruments und sagte, es sei gut, dass es wieder da sei: "Was war ich stolz, wurde ich doch als ein Weißer respektiert, der ihnen ein Stück Kultur nicht genommen, sondern zurückgegeben hat", erzählt Norbert Marx. Inzwischen sind zwölf Whistles und zwei Flöten aus seiner Werkstatt in den Vereinigten Staaten gelandet. Wie man ihm zutrug, verstauben sie nicht als Ausstellungsstücke, sondern werden gern zur Liebeswerbung genutzt und gesammelt. Selbst Kevin Locke, ein prominenter Künstler der Lakota Hoop Dancer, spielt auf einer Flöte aus Vetschau. Auch Dr. Birgit Hans von der University of North Dakota hat für ihre Forschungen von Norbert Marx Whistle und Flöte geschenkt bekommen. Unlängst besuchte sie ihn in der Vetschauer Wohnung und brachte eine Patchwork-Arbeit mit, die von verlorenen Büffelherden erzählt und alten Felszeichnungen. Den Kreislauf des Gebens werden Viola und Norbert Marx nicht unterbrechen.
Lausitzer Rundschau/Elbe-Elster-Rundschau/16.07.2005
Ida Kretzschmar
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Wortlaut dieses Artikels:
Die Faszination für Indianer begleitet Norbert Marx schon seit seiner Kindheit. Doch wer glaubt, dass diese von Karl May inspiriert ist, den muss der 49-Jährige enttäuschen. Vielmehr war es das "freie Leben" das ihn schon immer beeindruckt hat. Seit fast 30 Jahren beschäftigen er und seine Frau Viola sich schon mit Indianern und deren Lebensweisen. Aber selbst zu Indianern werden wollen sie deshalb nicht. Indianer sind für sie, wie Norbert Marx es ausdrückt, "eine noch lebende Kultur, zu der wir uns hingezogen fühlen". Und deren Lebensweisen und Techniken versuchen sie nachzuempfinden. Einsame Kämpfer Diese Herangehensweise teilt das Ehepaar aus Vetschau mit den anderen "Lonefighters", den einsamen Kämpfern, wie sich die Mitglieder ihres Vereins im Erzgebirge nennen. Vier- bis fünfmal im Jahr kommen sie alle für ein Wochenende zusammen. Felle gerben, Kleider mit Perlen besticken, Pfeile und Bogen bauen stehen dann auf dem Programm. Austausch am Lagerfeuer Jedes Vereinsmitglied hat sich im Laufe der Jahre handwerkliche Fertigkeiten der Indianer angeeignet. Die Treffen dienen vor allem dem Austausch dieser Techniken. Aber auch die Geselligkeit hat einen hohen Stellenwert-abends sitzen alle gemütlich im Tipi am Feuer. Norbert Marx Spezialgebiet ist der Bau von indianischen Flöten und Pfeifen. Das Wissen dafür steht in keinem Buch. In Museen hat Norbert Marx alte Flöten aufgespührt, vermessen und in den letzten zehn Jahren immer wieder versucht nachzubauen. Inzwischen ist er dabei zu einem wahren Experten geworden. Weil in den USA derartige Instrumente nur noch maschinell hergestellt werden, rufen seine Pfeifen und Flöten bei den Indianern in Nordamerika oft große Begeisterung hervor. Vereinsmitglieder haben sie auf ihren Reisen zu den Ureinwohnern als Geschenke mitgenommen. Dieser persönliche Kontakt zu heute lebenden Indianern ist für die "Lonefighters" sehr wichtig. Norbert Marx war noch nicht in den USA "Aber", so betont er, "Indianer kann man auch hier bei uns kennenlernen". In den verschiedenen Teilen Deutschlands finden regelmäßig so genannte "PowWows"-indianische Tanzfeste-statt, an denen zugereiste, aber auch hier heimische Indianer teilnehmen. Lebensweise verstehen "Sich von der Lebensweise der Indianer anstecken lassen und für unser normales Leben einige ihrer Weisheiten übernehmen" ist das erklärte Ziel von Hobby-Indianern wie Norbert Marx. Darin unterscheiden sie sich von Gruppen, die indianische Namen annehmen und versuchen, das Leben der Indianer nachzuspielen. Für Norbert Marx ist das der falsche Weg, denn "lebendige Geschichte kann man nicht zurückdrehen". Und die echten Indianer, so der Experte, "würden das sowieso nicht verstehen". Norbert Marx begleitet auch Projektwochen in Schulen und Programme für Ferienlager.
Kleidung und Alltagsgegenstände der Lakota-Indianer
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Wortlaut dieses Artikels:
Bei diesem Menschenandrang auf Gut Geisendorf wäre die Rothaut des Ostens niemals mit dem Pferde durchgekommen. So überlässt Gojko Mitic das Hufgetrappel der Phantasie seiner Zuhörer, während der Film- und Fernsehschauspieler aus historischen Indianertexten liest, gekonnt attestiert von dem Vetschauer Flötenbauer und -spieler Norbert Marx. Dabei wird das Finale des Geisendorfer Literaturforums zu einer Verneigung vor Mutter Erde. Man hört gleichsam den Wind flüstern, das Rauschen der Blätter in den Wipfeln, das Schwingen des Adlers, während Gojko Mitic das Gebet an den jungen Zedernbaum spricht. Es ist ein Gebet der Kwakiutl, ein Volk in Britisch-Kolumbien, Kanada, das jedes seiner alltäglichen Verrichtungen mit einem Gebet verband. Mit althergebrachten Formeln erwies es Pflanze und Tier Respekt: Der Mensch nimmt nur das für sein Leben Notwendige als Geschenk von ihnen. Der einstige Chefindianer der Defa, der sich seit 1992 bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg in Winnetou verwandelt, wählt sorgsam aus einer Fülle von Geschichten, Märchen, uralten Weisheiten, Liedern und Reden von Häuptlingen. Und so lässt er die verschiedenartigen indianischen Kulturen lebendig werden, die durch die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents grausam unterbrochen oder sogar ausgelöscht wurden. Dem nunmehr 64-Jährigen, für viele noch immer Inbegriff des edlen roten Mannes, ist Authentizität besonders wichtig. Sie machte für ihn auch den Wert der Defa-Indianer-Filme aus, wenn auch die Büffel darin oftmals nur Attrappen waren. In zehn Defa-Spielfilmen verkörperte er den stolzen Häuptling im Kampf für die Gerechtigkeit, sich eins fühlend mit der Natur, voller Wahrheitsliebe, Würde und Furchtlosigkeit. Friedfertigkeit scheint dem Mann mit dem markanten Gesicht und dem noch immer muskolösen Körper in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, auch wenn dem Nichtraucher die Friedenspfeife bei Dreharbeiten Hustenanfälle beschert haben soll. Der sehnsuchtsvolle Ruf einer Flöte versetzt die Zuhörer für einen Moment in die Weite New Mexicos. Das hat Norbert Marx zu Wege gebracht: "Der Flötenbauer nimmt ein Stück Holz, höhltes aus und nimmt ihm das Herz. Der Flötenspieler bringt es wieder zum Schlagen", sagt der Vetschauer, dessen Passion es ist, Flöten zu bauen und zu spielen. Seine Flöten sind so authentisch in ihrer Vielfältigkeit, dass sie selbst in Amerika gefragt sind. Und auch Gojko Mitic freut sich am Ende über eine von Marx angefertigte Adlerflöte. Der schwarze Adler ist das heiligste Tier der Sioux. Der Schauspieler nimmt den Ruf auf und erzählt die Geschichte, wie die Indianer zur Flöte kamen, von Liedern, in, in denen die Melodie der Natur zu uns spricht, das Klopfen des Herzens, das Rauschen des Wassers, die Hufe der Tiere. Und er spart auch die Bedrohung nicht aus, die Entwurzelung, die Vertreibung, das grausame Massaker von Wounded Knee. Kaum eine Million Indianer gibt es nach der letzten Volkszählung noch in den USA. Vor dem Kommen der Weißen-so schätzen Wissenschaftler-sollen es 45 Millionen gewesen sein. "Wer die Erde nicht respektiert, zerstört sie", gibt er den Zuhörern noch auf den Weg, während man das Gefühl hat, mitten in der Gegenwart gelandet zu sein. Da ist die Rede von den Gefahren einer Zivilisation, die den geruchlosen, den hygienischen, schuldlosen Tod erfand, Wälder und Boden plündert, ohne an die noch nicht Geborenen zu denken. Ein Abend voller Nachdenklichkeit, der mit den Worten eines unbekannten Apachenkriegers auch eine ganz besondere Toleranz herausfordert: "Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin".
Lausitzer Rundschau/ Ida Kretzschmar
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Wortlaut dieses Artikels: Unter dem Motto "Der Reichtum des Fremden" ist auf Gut Geisendorf die Ausstellung "Indianer in der Lausitz" zu sehen. Dokumente, Objekte, Bilder, Geräte und Kleidung indianischer Kulturen werden gezeigt-nachgestaltete Dinge des Alltags. Gojko Mitic, der prominente Film- und Theaterdarsteller, war Gast der Eröffnung. |
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